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LAIBACH

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LAIBACH
(aus Wikipedia)
Die Band Laibach wurde 1. Juni 1980 im slowenischen/jugoslawischen Trbovlje gegründet. Sie repräsentieren den musikalischen Teil des Kunstkollektivs
Neue Slowenische Kunst zu dessen Gründungsmitgliedern sie 1984 zählten. Ihr musikalischer Stil wird meist dem Industrial zugerechnet.
Mit dem Namen Laibach, dem alten, deutschsprachigen, im sozialistischen Jugoslawien unerwünschten Namen der Hauptstadt Ljubljana, schufen die Musiker bewusst Reibungspunkte mit der Regierung.

Kontroverse
Laibach wird regelmäßig rechtsgerichtetes Gedankengut vorgeworfen. Dies basiert hauptsächlich auf der Tatsache, dass sie teilweise auf deutsch singen und entsprechende Uniformen tragen, die Ähnlichkeiten mit den deutschen Uniformen des 3. Reiches aufweisen. Der Band wird oftmals vorgeworfen, dass der Stil ihrer Musik dem Richard Wagners gleiche. Laibach wiesen diese Vorwürfe stets zurück und haben darauf hingewiesen, dass Faschismus immer einen Schuldigen benötigt und dass sie, im Namen der Satire, ihr eigener Sündenbock geworden sind. Milan Fras, der Sänger der Gruppe, entgegnete auf die Vorwürfe:
Wir sind Faschisten, genau wie Hitler ein Maler war.
Laibach verwenden in ihren Veröffentlichungen Bilder von John Heartfield und betrachten ihre Konzerte als politische Kundgebungen. Bei Interviews antworten sie mit ironischen Manifesten und stellen ein übertriebenes Verlangen nach Autorität zur Schau. Richard Wolfson schrieb über sie: Laibachs Methode ist extrem simpel, effizient und schrecklich anfällig für Fehlinterpretationen. Als erstes absorbieren sie die Angewohnheiten der Gegner, adaptieren all die verführerischen Verlockungen und Symbole der Staatsmacht und dann übersteigern sie alles bis in die Parodie ... Als nächstes wenden sie ihre Aufmerksamkeit den kontroversen Themen zu — der Angst des Westens vor Einwanderern aus dem Osten, die Machtspiele innerhalb der EU, die Analogien zwischen Demokratie und Totalitarismus.

Die Geschichte
1980 bereiten Laibach in Trbovlje das multimediale Projekt „Rdeci revirji“ (Rote Reviere) vor, das allerdings schon im voraus von den Machthabern verboten wird. Auf Werbeplakaten wird das Bild „Black Cross“ von Kasimir Malewitsch verwendet. 1982 spielt die Gruppe ihre ersten Konzerte in Ljubljana, Zagreb und Belgrad. Laibach gibt damals jedem Konzert einen eigenen Namen, so trug beispielsweise das letzte Konzert Tomaž Hostniks den Namen „Dotik Zla (Berührung des Bösen)“. Im Dezember 1982 begeht er Selbstmord.
Als man am 23. April 1983 ein Konzert im Rahmen der Musik-Biennale Zagreb zusammen mit 23 Skidoo und Last Few Days gibt, kommt es zum Eklat. Um fünf Uhr morgens wird das Konzert gewaltsam von der jugoslawischen Armee und kroatischen Polizei gestoppt, da man den Film „The Future Continues“ und einen Porno übereinander projiziert, wobei Tito und ein Phallus gleichzeitig auf der Leinwand zu sehen sind. Die Band muss Kroatien verlassen. Kurz darauf wird ein Plattenvertrag mit der staatlichen Plattenfirma ZKP RTV für die erste LP „Nebo žari (Der Himmel glüht)“ geschlossen. Der Vertrag wird seitens der Firma ohne
Angabe von Gründen aufgehoben. Am 23. Juni 1983 hat die Band ihren ersten Fernsehauftritt in der politischen Sendung „TV Weekly“. Das Auftreten der Gruppe zieht ein Verbot des Namens und jedweder öffentlichen Auftritte in Jugoslawien nach sich. Von November 1983 an gehen Laibach zusammen mit Last Few Days auf „Occupied Europe Tour“ hinter und vor dem „Eisernen Vorhang“.
1984 begründen Laibach (Musik), IRWIN (Malerei, Grafik), Sisters of Scipion Nasice (Theater), sowie einige Untergruppen die Neue Slowenische Kunst (NSK). Im Dezember dieses Jahres geben Laibach trotz des Verbotes ein anonymes Konzert in Ljubljana. Im April 1985 veröffentlicht das in Ljubljana beheimatete Label „ŠKUC Ropot“ das erste Album der Gruppe. Aufgrund des Namensverbotes erscheint das Album ohne Erwähnung des Bandnamens; stattdessen ziert das unverwechselbare schwarze Kreuz das Cover. Im selben
Jahr erscheint „Rekapitulacija 1980-1984“ auf dem Hamburger Plattenlabel „Walter Ulbricht Schallfolien“ und „Nova Akropola“ auf dem britischen Label „Cherry Records“.
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Walter Ulbricht Schallfolien treten Laibach im Juni 1985 auf dem Festival „Neu-Konservatiw” in den Hallen der Spedition Harry Israel in Hamburg auf.
Im September 1986 lädt der umstrittene Tänzer Michael Clark Laibach zu einem Auftritt in seiner „No Fire Escape in Hell“-Produktion mit elf Shows in verschiedenen Theatern der Welt ein. Die Doppel-LP „Krst Pod Triglavom – Klangniederschrift einer Taufe (Taufe unter dem Triglav)“ zum gleichnamigen Theaterstück der NSK ist eines der bemerkenswertesten Werke der Gruppe. Neben Kraftwerks „Ohm Sweet Ohm“ werden Richard Wagner, Anton Bruckner, Schostakowitsch und Prokofjew gesampelt.
1987 wird das Album „Opus Dei“ für Mute Records veröffentlicht. Es enthält die Laibach-Versionen des „Bierzelt-Schlagers“ „Life Is Life“ der Gruppe Opus und „One Vision“ von Queen. Kurz darauf werden Laibach vom Deutschen Schauspielhaus in Hamburg eingeladen, einen Soundtrack für das Shakespeare-Stück Macbeth beizusteuern.
1988 covern Laibach sowohl das komplette „Let It Be“-Album der Beatles (mit Ausnahme des Titelstückes), als auch das Stück „Sympathy For The Devil“ der Rolling Stones in nicht weniger als acht verschiedenen Versionen.
1990 wird der Macbeth-Soundtrack veröffentlicht. Gerüchteweise wird im selben Jahr an einem von Bertrand Burgalat produzierten Album gearbeitet, eine Veröffentlichung bleibt jedoch aus. Zur Feier der Deutschen Wiedervereinigung wird die Single „3. Oktober“ (Kraftwerk-ähnlicher Daniel Miller-Remix des Stückes „Geburt einer Nation“) veröffentlicht.
1992 erscheint das Experimental-Elektro-Album „Kapital“, das zur damaligen Zeit allerdings auf wenig positive Kritik stößt, 1993 veröffentlicht man einen Querschnitt der ersten Konzerte im Jahre 1982 unter dem Namen “Ljubljana-Zagreb-Beograd”.
1994 kommentieren Laibach mit der Veröffentlichung des Technopop-Albums "NATO" die Geschehnisse in Osteuropa und Ex-Jugoslawien und die Politik der NATO-Staaten. Das Album enthält ausschließlich Coverversionen, u.a. von Europe, Status Quo, Zager and Evans und DAF.
Die CD/VHS-Box "Occupied Europe NATO tour 1994-95" beinhaltet einen Querschnitt durch die Zwei-Jahres-Tour der Band, inklusive der Auftritte in Sarajevo am 20. und am 21. November 1995.
"Jesus Christ Superstars" von 1996 ist eine Anspielung auf Andrew Lloyd Webbers Musical aus den 70ern. Auf dem Album befinden sich ausschließlich Titel, die sich mit dem Thema Religion beschäftigen, neben Eigenkompositionen auch Coverversionen von "Superstar" aus dem Musical, Prince' "The Cross" und Juno Reactors "God Is God". Mit dem Album wird erneut eine Tour verbunden. Nach dem Ende der Tour spielt die Gruppe gemeinsam mit dem 4 slowenischen Philharmonie-Orchester und dem Akademischen Chor "Tone Tomšic" auf der Eröffnung des europäischen Kulturmonats in Ljubljana. Marko Letonja dirigiert orchestrierte
Versionen von frühem Material der Band. Die Songs sind von Uros Rojko, Aldo Kumar und Mitgliedern von Laibach orchestriert. Da es zu Streiterein innerhalb des Orchesters kommt, wird Laibach jegliche Verwendung des Video- und Tonmaterials verboten.
Die 1997 veröffentlichte CD mit dem Titel „M.B. December 21, 1984“ beinhaltet Aufnahmen verschiedener Konzerte des Jahres 1985.
2002 wird die CD „The John Peel Sessions“ auf Strange Fruit Records, dem Label des Radio-DJs veröffentlicht; enthalten sind 6 Lieder, welche in 2 Sessions 1985 und 1986 aufgenommen wurden.
2003 melden sich Laibach mit dem Album „WAT (We Are Time)“ zurück. Ende 2004 erscheinen die Best Of-Doppel-CD „Anthems“ und 2 DVDs, die die Musikvideos der Band, das Konzert der „Occupied Europe NATO tour 1994-95“ und die Reportage „A Film From Slovenia“ beinhalten.
Derzeit arbeiten Laibach an einer Neubearbeitung der „Kunst der Fuge“ von Johann Sebastian
Bach. Uraufgeführt wird diese beim „Konzert für das Kreuzschach und vier Schachspieler“
am 1. Juni 2006 in Leipzig. Ab Ende 2006 sollen ein weiteres Album und verschiedene DVDs
veröffentlicht werden. Darunter mit dem Film „Divided States of America“ auch eine Reportage über Laibachs Amerika-Tour 2004.

Musikstil
Der Musikstil von Laibach umspannt einen weiten Bogen von Genres und ist im Ergebnis eine in dieser Form einzigartige Klangcollage. Die Gruppe zitiert aus dem Fundus der Klassik, des Rock, des Heavy Metal, der Popmusik bis hin zum Techno und des Elektro-Industrial und verschmilzt diese Stile zu einer neuen Einheit. In dieser eigenwilligen und teils kontroversen Zusammensetzung von Stilistiken spiegelt sich auch die Bandphilosophie wieder.
Als gewaltig und bombastisch sind die Drumsounds zu charakterisieren. Oft liegt den Titeln eine erbarmungslose Marschrhythmik zu Grunde, womit die Botschaft des Songs dem Zuhörer regelrecht eingehämmert wird. Von Anfang an setzten Laibach dazu Sampling ein. Bereits in den 1980er Jahren kamen Orchesteraufnahmen zum Einsatz, die mit verschiedensten Samples kombiniert wurden. In einem Laibach-Titel stehen Vocoderstimmen, Metalgitarrenriffs und Elektroklänge a la Kraftwerk gleichberechtigt
nebeneinander und bilden ein neues, künstlerisch hochinteressantes Ganzes. Bei den zahlreichen Live Auftritten werden vor allem traditionelle akkustische Musikinstrumente, zB. Schlagzeug, E-Gitarre und Bassgitarre, verwendet.
Die Stimme des Sängers Milan klingt tief, eindringlich und beschwörend düster. Der Zuhörer fühlt sich dabei an einen Prediger bzw. eine Stimme in einem sakralen oder militärischen slawischen Männerchor erinnert. Getragene Chorarrangements sind gleichfalls ein prägendes Element des Laibach Sounds.
In den Songtexten werden philosophische, religiöse, gesellschafts- und geopolitsche Themen behandelt. Es geht um Weltgeschichte und militärische Auseinandersetzungen wobei die Gedanken auf teils unkonventionelle Sichtweisen gelenkt werden. Auch und vor allem darin manifestiert sich die intellektuelle Einzigartigkeit und Faszination der Gruppe Laibach.

Cover-Versionen
Laibach sind bekannt für ihre Cover-Versionen, die oftmals die originale Aussage des Text auf subversive Art verändert. So coverten Laibach auf dem Album "Opus Dei" den Klassiker der Band Opus "Life is Life" und veränderten den normalerweise fröhlichen Song zu einem düsteren, sinistren Militärmarsch.
Ein weiteres bekanntes Stück ist die Cover-Version von Queens One Vision. Wie auch bei "Life is Life" exponieren die Laibach-Interpretationen die "kryptofaschistischen" Züge der Popmusik durch Überhöhung, insbesondere bei dem Stück von Queen führte vor allem der (auf deutsch gesungene) Text zu
Faschismusvorwürfen:

Ein Fleisch, ein Blut,
ein wahrer Glaube.
Eine Rasse und ein Traum,
ein starker Wille.
So reicht mir eure Hände,
und gebt mir eure Herzen,
ich warte.
Es gibt nur eine Richtung:
eine Erde und ein Volk.
Ein Leitbild.

Der Text allerdings wurde einfach nur wortwörtlich vom Original übersetzt:
One flesh, one bone,
One true religion,
One race, one hope,
One real decision
So give me your hands
Give me your hearts
I'm ready
There's only one direction
One world, one nation,
Yeah one vision.

So fällt jeder Vorwurf gegen Laibach auf Queen beziehungsweise die Popmusik als Ganzes zurück. Diese subversive Taktik hat ihnen neben Anfeindungen auch vielfach Anerkennung eingebracht, der Philosoph Slavoj Žižek behauptet sogar, dass sie im demokratischen Entwicklungsprozess Sloweniens eine wichtige Rolle gespielt hätten.
Einziger und für die Gruppe ungewöhnlicher Lovesong war im Jahre 2004 eine Coverversion des Rammstein Titels "Ohne Dich" (Mina Harker Remix), der die ursprüngliche Aussage des Stücks laibachtypisch in eine völlig andere, die umgekehrte Perspektive, rückt.



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